Footballregeln

Amerikas beliebtester Sport verständlich erklärt

Wild und taktisch komplex – das ist Amerikas beliebteste Sportart

Wenn in den USA der Super Bowl stattfindet, befindet sich das Land im Ausnahmezustand. Das Finale der National Football League(NFL), der besten Liga der Welt, bricht alle Einschaltquotenrekorde und fasziniert mit spektakulären Halbzeitshows. Und ganz nebenbei wird auch der Meister des Landes gekürt, ein Sieg im Super Bowl macht die Spieler unsterblich. In den USA ist Football Sportart Nummer eins.
American Football ist vor allem durch seine körperliche Härte bekannt: Es wird geschubst, geschoben, umgerannt und festgehalten und das nicht nur von zwei Gegnern sondern von einem ganzen Haufen muskelbepackter Männer in Schutzkleidung. Dabei geht die Komplexität des Spiels mit seinen Lauf- und Passspielzügen und einer Unmenge von Spielerpositionen mit ihren spezifischen Aufgaben fast unter. Ziel des Spiels ist der Raumgewinn durch solche Spielzüge mit dem oft als Ei bezeichneten Ball. Erst durch Raumgewinn können Punkte erzielt werden. Wir haben für Sie die wichtigsten Dinge, die man über American Football wissen muss, zusammengefasst.

Das Spielfeld: Football wird auf einem Rasenplatz von 120 Yards Länge (etwa 110 Meter) und 53 Yards Breite (ca. 49 Meter) gespielt. Das ist etwas länger und schmaler als ein Fußballfeld, auf dem in Europa häufig Footballspiele ausgetragen werden. Unterteilt ist das Feld in zwölf Abschnitte von je zehn Yards. Die jeweils letzten Abschnitte auf jeder Seite sind die Endzonen. In den Endzonen stehen auch die stimmgabelförmigen Tore (goal posts). Die Abschnitte sind noch einmal durch Querlinien halbiert, sodass alle fünf Yards eine Linie gezogen wird. Es gibt außerdem zwei parallele Längslinien (hash marks) mit Ein-Yard-Markierungen. Sie dienen vor allem der Orientierung und der Möglichkeit der genauen Festlegung, bis wohin der Ball getragen wurde.

Regeln und Abläufe: Punkte kann nur die angreifende Mannschaft (Offense) erzielen, das verteidigende Team muss dies verhindern (Defense). Die Offense hat vier Versuche, einen Raumgewinn von mindestens zehn Yards zu erreichen. Schafft sie dies nicht, wechselt das Angriffsrecht an die verteidigende Mannschaft. Erzielt die Offense mehr als zehn Yards Raumgewinn, bekommt sie weitere vier Chancen (downs), den Ball in Richtung Endzone zu tragen. Erreicht ein Spieler mit dem Ball und beiden Beinen (NFL-Regeln) bzw. einem Bein (Weltverband-Regeln) die Endzone, hat die Offense einen Touchdown erzielt und erhält damit sechs Punkte. Ein bzw. zwei Punkte kann die angreifende Mannschaft dann durch einen Kick des Balls durch die Tore (Field Goal) oder einen weiteren kurzen Angriff ab der Zwei-Yards-Linie erzielen (2 point conversion). Die Defense kann nur in Ausnahmefällen punkten: Wenn sie es schafft, der Offense den Ball abzunehmen (z.B. durch Abfangen eines Passes in der Luft, was Interception genannt wird) und in die gegnerische Endzone zu transportieren.

So weit, so nachvollziehbar. Aber die Möglichkeiten, einen Raumgewinn zu erzielen, sind fast unendlich vielfältig. Grob unterscheiden kann man zwischen Pass-und Laufspielzügen (plays). Der Ball durchquert das Feld also fliegend oder indem er getragen wird. Der Headcoach entscheidet, welcher Spielzug gespielt wird. Die Spieler der Offense müssen sich bis zu 100 Spielzüge merken können und diese auch unabhängig voneinander gleichzeitig während eines geplanten Spielzuges variieren können um auf die gegnerische Taktik zu reagieren.

Schlüsselfigur der Offense ist der Quarterback, er leitet die Spielzüge durch einen Pass an einen Receiver oder eine Ballübergabe (meist an den Runningback) ein. Es dürfen allerdings alle Spieler als Pass- bzw. Ballempfänger fungieren außer den Offensive Linemen. Diese Spieler sind dafür zuständig, ihre Mitspieler zu schützen, indem sie Gegner abblocken. Zu Beginn eines Spielzuges stehen sie an einer Linie aufgereiht vor dem Quarterback. Diese Linie ist die Line of Scrimmage, die Linie, auf der der Ball zuletzt geruht hat. Sie verschiebt sich mit dem Raumgewinn. Der Quarterback kann auch selbst nach vorne laufen. Beachtet werden muss, dass der Ball nur einmal pro Spielzug nach vorne gepasst werden darf. Ein Spielzug ist beendet, wenn der ballführende Spieler gestoppt wird oder er das Spielfeld verlässt. Die Line of Scrimmage verschiebt sich dann bis zu dieser Stelle.

Mindestens drei Schiedsrichter überwachen das Geschehen. Fouls werden meist mit einem Raumverlust von fünf Yards geahndet. Als Foul gilt z.B. der Griff an das Helmgitter des Gegenspielers oder ein Hoch-Tief-Block von zwei Verteidigern an einem Spieler. Im American Football hat der Headcoach außerdem zweimal die Möglichkeit, den Videobeweis zu fordern.

Die Spielzeit ist in vier Viertel (Quarters) von je 15 Minuten aufgeteilt. Da bei Spielunterbrechungen die Uhr gestoppt wird, ist die eigentliche Dauer des Spiels jedoch viel länger (bis zu dreieinhalb Stunden). Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, kommt es in der NFL zu einer Overtime von 15 Minuten.

American Football in Deutschland und der Welt: Als beste Liga der Welt wird, wie gesagt, die NFL bezeichnet. Sie besteht aus 32 Teams, die in zwei Ligen spielen. Diese sind in jeweils vier Divisionen unterteilt. An den Playoffs nehmen die Sieger der Divisionen und zwei Wildcard-Teilnehmer teil. Die besten Teams der jeweiligen Liga treffen im Super Bowl aufeinander. 2012 wurden die New York Giants Meister.